Business Analyse richtig gemacht!

Analysiert ein Business Analyst ein Geschäftsbereich eines Unternehmens? Was macht er denn genau? Der Business Analyst analysiert fachlich die Anpassungsnotwendigkeiten von IT Systemen, formuliert konkrete Anforderungen unter Einbeziehung der beteiligten Geschäftsprozesse, erstellt Lastenhefte unter Berücksichtigung der geschäftlichen Anforderungen (Abwicklungsprozesse), prüft Pflichtenhefte (Fachkonzepte) auf die korrekte Erfüllung der fachlichen Anforderungen, begleitet fachliche und IT – Testaktivitäten und macht auch Abnahmeerklärungen für Produktionsfreigabe der „Relase“ (Freigabe) von Software Entwicklungsiterationen. Ein Business Analyst analysiert frühzeitig die Anforderungen und strukturiert diese, damit ein Überblick vorliegt, bevor das Umsetzungsvorhaben im Detail festgelegt wird. Ob die Anforderungen gemäß Wasserfallmodell oder agil (Stichwort: SCRUM) dokumentiert werden wird nicht im Rahmen dieses Artikels berücksichtigt.

Im Zusammenhang von Business Analyse werden oftmals die Begriffe „Lastenheft“ und „Pflichtenheft“ verwendet. Doch wofür stehen diese Begriffe?

Lastenheft: Wie sieht die Sicht des Auftraggebers aus?

In einem Lastenheft wird die Sicht des Auftraggebers festgehalten. Im Rahmen eines Lastenhefts, macht sich der Auftraggeber umfänglich Gedanken über die genauen Anforderungen an eine Software zum Beispiel. Darüber hinaus wird das Lastenheft genutzt um von Dienstleistern Angebote einzuholen. Diese können gegenübergestellt werden, bevor man sich für einen Dienstleister entscheidet. Oftmals werden selektierte Dienstleister auch vor Ort eingeladen, damit sie Ihre Lösung zu den Anforderungen vorstellen können. Anschließend entscheidet sich der Auftraggeber nach interner Abstimmung für einen Dienstleister.

  • Wie sieht der Ist – und Soll – Zustand aus? Wie lauten die aktuell vorliegenden Voraussetzungen? Welche Funktionen soll das Produkt haben?
  • Ein kleiner Projektplan wird mit den Projektmitgliedern und den Verantwortlichen entworfen?
  • Funktionale und nicht funktionale Anforderungen werden ebenfalls im Rahmen des Dokuments festgehalten.

Pflichtenheft: Wie sieht die Sicht des Auftragnehmers aus?

Das Pflichtenheft wird mit Hilfe des Lastenhefts erstellt. Es beschreibt Vorgehensweisen und Lösungsansätze des Auftragnehmers. Dieses wird oft mit einem Angebot angereichert, welches die vertragliche Grundlage zu den erbringenden Leistungen dokumentiert. In dem Dokument werden klare und eindeutige Aussagen getroffen, welche positiven und negativen Abgrenzungen des angebotenen Produkts mitdokumentiert. Nur eindeutige Aussagen in dem Dokument können einen Streit zwischen Auftraggeber und Dienstleister bei der finalen Abnahme des Produktes, sofern der Auftragnehmer den Auftrag auch abschließt, vermeiden. Ansonsten kann es bekanntermaßen zu zahlreichen Streitigkeiten und unschönen gerichtlichen Prozessen führen.

Aus dem Grund ist es ratsam viel Zeit in ein Lastenheft und der Prüfung eines Pflichtenheftes zu investieren, damit das Projekt erfolgreich und mit weniger Nacharbeit bzw. wenigen „change requests“ durchgeführt werden kann.

 

Fazit: Business Analyse ist eine wichtige Aufgabe in IT Projekten. Ein gutes Endprodukt kann nur vorliegen, wenn die Anforderungen konkret, vorausschauend und nachhaltig definiert wurden. Ein Lastenheft ist eine Art und Weise diese Anforderungen schriftlich festzuhalten. Die Dienstleister nutzen ein Pflichtenheft um diese Anforderungen in Zielen und nicht Zielen zu transformieren. Ein erfolgreiches Projekt sollte zusehen, dass erfahrene Business Analysten in Ihrem Projekt mitarbeiten, die idealerweise sowohl Produkt als auch Fachkenntnisse für das jeweilige Projekt haben.

Was sagen die anderen zu der Idee?